Symposium

Symposium des Vereins zur Verzögerung der Zeit
29.09.-02.10.2022

Wagrain/Salzburg

Was wollen wir sein lassen?
Zeit für ein neues Denken & Handeln

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Was wollen wir sein lassen?
Viele Muster der Gestaltung unserer Gesellschaft und Welt, die im 20. Jahrhundert noch erfolgreich waren, bringen uns heute nicht mehr weiter. Ein „Weiter so!“ wirkt sich kontraproduktiv, in weiten Teilen sogar zerstörerisch aus. Allen anderen Themen voran stehen wir bei der Erderwärmung und dem Artensterben vor Problemen, die sich – im Gegenteil zu sozialen Konflikten – nicht in gewohnter Manier aushandeln lassen. Die Natur ist keine Verhandlungspartnerin; sie reagiert auf unsere menschlichen Eingriffe und wird mit zunehmender Ausbeutung unwirtlicher für die Spezies homo sapiens. Die rasante Entwicklung der Digitalisierung und der Biotechnologie stellt alte Paradigmen der Problembewältigung auf den Kopf und bringt Herausforderungen mit sich, die sich mit alten Rezepten nicht bewältigen lassen. Nicht zuletzt bereitet das Erstarken nationalistischen und autoritären Gedankenguts die Sorge um den Erhalt und Ausbau demokratischer Strukturen und der kollektiven Autonomie.
Und doch fällt es schwer, uns in ein neues Gedankengebäude zu wagen. Wie kann eine Gesellschaft ohne (ausuferndes) wirtschaftliches Wachstum aussehen? Wir phantasieren die Allmacht technischer Innovationen, mit denen wir schon alles in den Griff bekommen werden. Wir befeuern einen grenzenlosen Individualismus, der die Gemeinschaft erschüttert und die Freiheit in weiten Teilen von ihrer anderen Seite, der Verantwortung, entkoppelt. Wir sträuben uns hartnäckig, von in der Vergangenheit bewährten Denkweisen und Handlungsmustern Abschied zu nehmen. Der Sozialpsychologe Harald Welzer bescheinigt uns gar eine Art blinde Verdrängung von Endlichkeitsphänomenen – und fordert die Entwicklung einer Kultur des Aufhörens.
In diesem Zusammenhang stellen sich sehr lebensnahe Fragen. In was für einer Welt wollen wir leben? Inwieweit bereichert uns materielle Fülle, wie wichtig sind uns Zeit- und Beziehungswohlstand? Was könnten wir für ein gutes Leben und Zusammenleben sein lassen? Was könnten wir dafür tun? Inwieweit hilft uns ein neues Denken und wie kommen wir dahin? Inwiefern brauchen wir Beispiele des Gelingens? Und welche Rolle spielt bei alledem unsere Zeitkultur?
Bei unseren diesjährigen Zeitgesprächen laden wir dazu ein, in einem Mut und Sinn stiftenden Austausch gute Fragen zu stellen und Antworten zu finden. Inspiriert von zwei Expertenreferaten nehmen wir uns im Open Space Raum und Zeit für einen Perspektivwechsel.